Wie du als UnternehmerIn dein Einkommen berechnest

EinkommenMit 5.637 neu gegründeten Unternehmen (in Österreich) kann man schon von einem Boom sprechen. 59% der Neugründungen sind Frauen! Über 40.000 Einpersonen-Unternehmen (EPU) sorgen für Innovation und Dynamik. Sie stellen mittlerweile 57,3 % aller aktiven Mitglieder der WKÖ und prägen damit das Bild der heimischen Unternehmerlandschaft stärker denn je. Für deinen Erfolg ist es besonders wichtig zu wissen, wie du dein Einkommen aus der Selbständigkeit auch planen und berechnen kannst.

Die EPU sind ein unverzichtbarer Teil der heimischen Wirtschaft, die spezialisierte Leistungen hoher Qualität erbringen und die Treiber einer hochwertigen personalisierten Wirtschaft sind. Sei auch du dabei!

 

2/3 mehr als 6 Jahre selbständig …

 

Zwei Drittel der EPU sind bereits über 6 Jahre selbständig. 41% sogar länger als 10 Jahre. Die Schlagzeilen hab ich mir nicht etwa ausgedacht. Sie stehen in renommierten Wirtschaftblättern schwarz auf weiß so abgedruckt. Du gehörst dazu? Herzlich willkommen im Club!

Beflügeln dich die Zahlen auch? Mich begeistert die Tatsache, dass immer mehr Menschen ihr Glück in die eigenen Hände nehmen. Persönlich fühle ich mich beinahe wie der Prototyp des Booms. Auch, weil alle 4 nachfolgendne Hauptmotive genau die Dinge ansprechen, die für meinen Entschluss, mich selbständig zu machen, ausschlaggebend waren:

 

  • 76 % wegen flexiblerer Zeiteinteilung
  • 72% aus Gründen der Selbstverwirklichung
  • 48% wollen Projektideen realisieren
  • 44% bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das war es, was ich auch wollte.

 

Den größten Bammel hatte ich – wie du wahrscheinlich auch – wegen dem Geld.

Das Loslassen von einem fixen Einkommen ist nicht leicht und ruft unmittelbare Existenzängste hervor. Das ist nett von der Angst, denn sie schützt dich auf diese Weise vor übereilten, kopflosen Entscheidungen. Doch sollte sie auch nicht überhandnehmen und so jedes Vorhaben lähmen. Was du brauchts, ist ein gutes Rezept. Eine gesunde Dosis an Fakten und Zahlen, die dir helfen, das variable Einkommen zu planen, zu berechnen und zu steuern.

 

1) Das Einkommen planen

 

Als Gehaltsempfängerin bist bzw. warst du daran gewöhnt, netto zu denken. Das Geld, das du am Monatsende empfängst, gehört dir und dient zur Deckung des Lebensunterhaltes  und der Fixkosten. Der Rest ist zum Verplempern 🙂

Das Auskommen mit dem fixen Eeinkommen ist erfassbar. Wenn man seine Ansprüche dem Monatslohn anzupassen weiß, kann man seine Ausgaben gemütlich kalkulieren, weil man den Rahmen kennt, der den Spielraum begrenzt.

Bei Gehaltsverhandlungen wird zwar üblicherweise von Bruttobeträgen geredet. Am Ende zählt aber nur, welcher Betrag unterm Strich an jedem Monatsersten das Konto flutet. Was einem zwischen Brutto und Netto so alles abgezogen wird, will man im Normalfall gar nicht so genau wissen. Das wäre dann ja grade noch zum Ärgern. Als Angestellte kannst du dir das Verschließen der Augen vor den Tatsachen ja vielleicht erlauben. Als Unternehmerin nicht, denn Unternehmer beziehen kein Nettogehalt.

 

Unternehmer machen Umsatz

Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Und Gewinn ist noch nicht der Betrag, der dir privat zum Leben übrig bleibt. Während du als Arbeitnehmerin also nur das eine Tortenstück des Nettolohns im Auge hast, musst du als Unternehmerin den ganzen Kuchen im Blick haben. Was bedeutet, deine Aufgabe lautet:

 

Planumsatz festlegen

So lautete mein Start-up Plan:

Wenn ich pro Monat netto € 1.500,– für den Lebensunterhalt und privaten Bedarf zur Verfügung haben will, muss ich das Doppelte davon lukrieren: € 3.000 zuzüglich der monatlichen Geschäftskosten, die ich mit € 1.500 veranschlage. Also € 4.500 Monatsumsatz x 12 = € 54.000 Jahresumsatz.

Fazit: Planumsatz im Jahr  € 54.000

2) Das Einkommen berechnen

 

Damit ich den angestrebten Jahresumsatz erzielen kann, musste ich im nächsten Schritt herausfinden, welchen Preis meine Arbeitsstunde hat.

Ich gehe von einer 38 Stundenwoche aus. Wohl wissend, dass ich nicht alle 38 Stunden der Arbeitswoche verkaufen kann, denn ich habe mich ja auch mit Akquisa, Administration, Angebot- und Rechnungsstellung, Eigenwerbung etc. zu beschäftigen.

 

Stundensatz festlegen

So plane ich mit 20 produktiven Wochenstunden á 45 Arbeitswochen/Jahr (Urlaub und Krankenstand abgezogen 🙂 ), was auf 900 verkaufte Arbeitsstunden hinausläuft und somit einen Mindeststundensatz von € 60,– (für Einzelleistungen) ergibt. Spielraum nach oben offen.
€ 54.000 : 900 h = € 60,– Stundensatz

Fazit: Stundensatz  mind. € 60,–

 

3) Das Einkommen steuern

 

Dieses Beispiel setzt sich zum Ziel, pro Woche eine Umsatz von rund € 1.000 bis € 1.200 zu erwirtschaften. Wochenplansoll: € 1.200

Ich hab mal etwas recherchiert:

  • Eine Automechanikerstunde kostet beispielsweise zwischen € 86 und € 215.
  • Eine Spenglerstunde zwischen € 115 und € 156
  • Lackiererstunden zwischen € 124 und € 156

So viel ist dem modernen Menschen sein liebstes Blech wert. Was denkst du, ist deine Leistung wert? Google einfach mal ein bisschen die Stundensätze deiner Branche, das hilft dir, dich zu orientieren.

Aufbauend auf deinen errechneten Mindeststundensatz kannst du überlegen, wie sich deine Wochenumsätze zusammensetzen können. Da bist du wieder in deinem Tagesgeschäft angekommen und kannst anhand von praktischen Überlegungen dein Einkommensituation prima steuern:

 

Einkommensvarianten steuern
  • Durch Einzelleistungen (zb. Personal Coaching 2 Klienten à 2 Stunden pro Tag)
  • Abend- und Tageskurse / Workshops für Gruppen
  • Wochenendseminare
  • Veranstaltungen, Messen
  • Dienstleistung kombiniert mit Produktverkauf
  • Das Erstellen und Vertreiben von Büchern, CDs, Fernlehrkursen bzw. digitalen Produkten
  • Ein Mix aus all diesen Möglichkeiten

Welchen Plan kannst du dir zurechtlegen. Wie deinen Einkommensmix zusammenstellen. Du brauchts Ideen, Austausch, Unterstützung? Hier kannst du Kontakt mit mir aufnehmen.

Fazit: Großzügige Pufferzone einplanen. Nicht schwitzen anfangen, Abweichungen sind normal. Plansoll anvisieren, den Kurs im Auge behalten. Das Unternehmertum ist ein Meer. Du bist der Steuermann.

Aprops Steuer …

Steuern und Abgaben

 

Was soll ich dir sagen. Wir leben in einem Sozialstaat. Das gespannte Sicherheitsnetz ist super, will aber auch finanziert sein.  Wir können stolz sein, was die Abgabenquote an Steuern und SV-Beiträgen im EU-Vergleich betrifft, sind wir gaaanz vorne mit dabei. Endlich einmal nicht Schlusslicht:

Platz 5: Österreich 44,1 % des BiP (2015)

Nur geschlagen von Finnland, Dänemark, Belgien und Frankreich. Unseren großen Bruder Deutschland haben wir weit hinter uns gelassen: Platz 10 mit 39,4% des BIP (2015). So ein Ergebnis wünschen sich unsere Männer für die kommende Fußball-EM auch. 😉

Spaß beiseite, jetzt wird’s ernst.

 

Was kommt in Sachen Steuern und Abgaben auf dich zu?

 

Hier wieder ein Fallbeispiel – EPU, Dienstleistungen (nach dem 3. Geschäftsjahr):

   €  70.000,–    Erzielter Jahresumsatz
– €  20.000,–    Geschäftsausgaben (Büromiete, BK, Werbeaufwand, PC, Telefon, etc.)
   € 50.000,–    Gewinn – Berechnungsgrundlage für SV-Beitrag und EK-Steuer
– € 13.250,–      ca. SV-Beiträge
–  €  8.500,–     (Gewinnfreibetrag berücksichtigt) – Steuertarif 2015
   € 28.250,–   Gewinn nach Abzug SV und EK

 

Für die Details des Zahlenspektakels wende dich bitte an die Steuerkanzlei, oder das Buchhaltungsservice deines Vertrauens. SV-Beiträge, beispielsweise,  sind in den ersten 3 Geschäftsjahren heruntergestuft; usw. usf. Steuern, Abgaben, Lohnverrechnung, Bilanzen und Jahresabschlüsse gehören in die Hände von Experten, die betriebswirschaftlich auch in deinem Sinne handeln. Hier kann ich dir nur Richtwerte bieten. Wenn du Namen von Fachmänner und Frauen wissen möchtest, kann ich dir gerne meine Empfehlungen aussprechen. Kontakte mich.

 

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Was ich dir sagen will ist: Hohe Umsätze sind super! Aber schnapp nicht gleich über. Und geh nicht gleich vor Neid in die Knie, wenn dir deine neuerdings selbständige Nachbarin von ihren Traumumsätzen berichtet und das Plantschbecken im Garten gegen einen Schwimmteich austauscht. Wie du hier siehst, der Umsatz-Kuchen will aufgeteilt werden und ein beträchtliches Stück fällt für Steuern und SV-Abgaben ab.

 

Hier noch eine Auflistung:

Ekst_Tarif_2016Quelle: https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/340/Seite.34060831.html#Tarif

 

 

SV-SatzQuelle: http://esv-sva.sozvers.at/portal27/portal/svaportal/contentPrint/contentWindow?contentid=10007.713980&action=2&viewmode=content&print=true

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte erschieß mich nicht  … 🙂

 

Ich weiß, es ist unsexy über Steuern und Abgaben zu reden, wo du von Businessclass-Flügen und Geschäftsessen in den Four Seasons Hotels der Welt träumen willst. Aber du wirst nur dann Businessclass zu den Four Seasons der Welt fliegen, wenn du beim Starten keine Bruchlandung hinlegst. Deshalb teile dir die Kohle gut ein.

 

 

zitatbanner-business

 

Wenn ich dir eine Empfehlung geben darf: Gehe umsichtig mit dem Geld um. Ganz besonders in den ersten 3-5 Geschäftsjahren. Dann hat sich alles etwas eingependelt. Der Umgang mit den Einnahmen und Ausgaben, das flexibel Einkkommen, alles ist zur Routine geworden und du zu einem Fixstern am Unternehmerhimmel. Schön ist das! Ich seh dich schon strahlen.

 

Wie komme ich an die Kunden …?

… lautet im Normalfall nun die Frage, die dich umtreibt. Einkommen hin, Einkommen her –  hinter jedem getätigten Umsatz steht ein Mensch mit einem Problem, das er mit deiner Hilfe gelöst haben möchte.

Ob deine Erwartungen an Umsatz und Gewinn nun höher oder niedriger als in den Beispielen liegen – eines ist gewiss: Die Notwendigkeit, Kommunikation zu betreiben.

Durchs „reden“ kommen die Leute zusammen!

  • Wie du Aufmerksamkeit und Interesse weckst …
  • Kunden gewinnst
  • Lösungen statt Produkte verkaufst
  • Mehrwert stiftest
  • dauerhafte Beziehungen zu deinen Kunden unterhälts uvm.

werden zentrale Themen hier auf diesem Blog sein. Dazu demnächst mehr.
Schön das du dabei bist!

 

 

Jetzt bist du gefragt: Wenn du Fragen und Anregungen zum Thema Einkommen planen und berechnen hast, oder vielleicht BuchhalterIn bist und fachlichen Input  liefern kannst, schreibe hier in den Kommentaren.

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2 Kommentare

  1. 30. November 2015    

    Hallo Bella,

    ich habe auf meinem kleinen Gründerportal einen Onlinerechner der dazu einlädt mal mit seinem geplanten Einkommen etwas zu spielen.
    Die Eingabefelder sind selbsterklärend und einfach gehalten. Die Ergebnisse überraschen dann immer wieder, insbesondere wenn ich den Onlinerechner live bei Gründerseminaren einsetze.

    http://www.existenzgruender-helfer.de/online-rechner/stundenverrechnungssatz/

    Gruss Klaus Schaumberger

    • Bella Bley Bella Bley
      30. November 2015    

      Danke Klaus, das ist klasse Tool!

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