Ein neues Ich kreieren – wie Urlaub hilft

UrlaubSo nicht mehr. Es muss sich etwas ändern. Das hört man aus aller Munde. Die meisten Menschen verspüren eine tiefe Sehnsucht; wollen ihrem Leben eine wundervolle Wendung geben. Viele freuen sich daher auf den Sommer, den wohlverdienten Urlaub, die Auszeit. Auf die Unterbrechung ihres Alltags. Das Hamsterrad anhalten. Mal für zwei, drei Wochen aussteigen. Durchatmen, auftanken, wohlfühlen. Sonne, Sand und Meer. Berge, Wiesen, Wälder … die willkommene Abwechslung zur grauen Routine. Endlich mal faulenzen oder sich bewegen. Zeit haben zum Lesen, Lachen oder für Sex. Endlich leben. Dasein genießen. Für zwei, drei Wochen, bevor …

Bevor was? Bevor man wieder ins Hamsterrad einsteigt? Oder man wieder die Scheuklappen anlegt? Funktioniert, tritt und hechelt? Wer sagt eigentlich, dass wir nur im Urlaub leben dürfen – und im echten Leben nicht? Und dass das für immer und ewig so sein muss?

Wie wir unsere Gedanken neu programmieren können, und warum der Urlaub ein idealer Impulsgeber dafür ist, … hier teile ich meine Gedanken und Erfahrungen mit dir:

 

Urlaub: Auszeit – raus aus der Routine

 

Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Pro Tagen schießen rund 60.000 – 70.000 Gedanken durch den Kopf . 90% davon sind genau die gleichen, wie am Vortag. Automatisierte, unbewusste Denkprozesse. Angefangen von der Morgenroutine bis zum Abendritual – Zähne putzen, lesen, Licht abdrehen; Bussi Hasi, gute Nacht – reproduzieren wir Tag für Tag 90% der Gedanken des Vortages. Unsere Weltbilder wechseln wir nicht wie TV-Sender, sondern bleiben zumeist bei einem Programm. Das heißt, wir fahren den Großteil unserer Lebensstrecke auf Autopilot. Wir bleiben auf der eingefahrenen Bahn und drehen uns dabei im Kreis. Auch dann, wenn uns das gar nicht mehr passt, machen wir so weiter. Denken die immer gleichen Gedanken. Treffen daraufhin die immer gleichen Entscheidungen, die – no na – zu den immer gleichen Verhaltensweisen und Erfahrungen führen, die uns die immer gleichen Emotionen bescheren. Und diese immer gleichen Emotionen rufen wiederum nur die immergleichen Gedanken hervor.

 

Gleiche Realität

Ein kurzer Boxenstopp

 

Einziger Lichtblick: Die zwei drei Wochen Urlaub im Jahr. Bevor wir uns wieder dem Alltagsschwindel aussetzen, wagen wir kurz das Abenteuer Abwechslung. Verlassen die Autobahn und tauchen ein ins prickelnde Leben: Neue Umgebung, neue Düfte, neu Stimmen, neue Menschen. Millionen neuer Eindrücke. Anregungen, Herausforderungen, Impulse. Da feuern die Schaltkreise im Gehirn, dass die grauen Zellen nur so glühen. Oh ja, das belebt, erfrischt, erneuert!

Leider räumen die meisten nach dem Urlaub diese Lebendigkeit wie ihre Freizeitklamotten in den Schrank und kramen sie höchstens ab und zu als wehmütige Erinnerung wieder hervor. Doch das muss nicht sein. Du darfst dir ein Stück Lebendigkeit behalten. Sie auch im Alltag tragen.

 

Oder 52 Wochen im Jahr Urlaub – wie wäre das?

 

Freude, Lust und Leidenschaft können flüchtige Urlaubsbekanntschaft sein, oder Teil deines Wesens werden. Bestandteile eines selbstbestimmten, selbstbewussten, reifen Ichs mit eigener Ethik. Säulen eines erfüllten, glücklichen Lebens. Du könntest dich beflügelt fühlen. 52 Wochen im Jahr. Beschwingt durch den Tag gehen. Ein Leben lang.

Vielleicht klingt dieser Gedanke neu und fremd in deinen Ohren. Vielleicht bist du dem Aufschrei nah: „Das geht so nicht. Dann funktioniere ich nicht mehr wie üblich; bin nicht mehr ganz normal. Das wäre ja verrückt!“

Äh, was haben wir eingangs festgestellt? „Es muss sich was ändern.“ Ah ja …

Verrücken heißt, etwas umstellen. Wenn du nie etwas umstellst – egal ob Möbel oder Denkweisen – veränderst du nichts in deinem Leben. Selbst wenn du auf Veränderung hoffst, verändert sich weder im Gehirn noch im Körper oder Dasein etwas, wenn du fortlaufend das alte Programm wiederholst. Das ist wie vor dem Fernseher hocken und auf den Bildschirm starren und übers Programm raunzen, aber nicht den Knopf drücken und den Sender wechseln.

 

Muster – die sich regelmäßig wiederholende Vorlage

 

Die Wiederholung der gewohnten Muster: Die ständig gleichen Gedanken führen in die gleichen Handlungen und zu den gleichen Emotionen. Sie erzeugen dieselben Gehirnaktivitäten, die dieselben Schaltkreise aktivieren und dieselben chemischen Stoffe im Gehirn produzieren, welche auf die immer selbe Weise die Körperchemie beeinflussen. Diese chemischen Verbindungen senden denselben Genen die gleichen Signale. Diese gleichbleibende Umsetzung genetischer Informationen in Proteine erzeugt die gleichen Zellbausteine (Proteine). Der Körper bleibt der gleiche. Weil die Proteinexpression Ausdruck von Leben ist, bleibt auch dein Leben so, wie es immer schon war.

 

Was bedeutet das für dein Dasein?

 

Wenn du heute die gleichen Gedanken wie immer denkst, wirst du darauf basierend auch die gleichen Entscheidungen treffen, die dir morgen Verhaltensweisen wie die von gestern bescheren. Dieselben Gewohnheiten, die du morgen an den Tag legst, schaffen die gleichen Erfahrungen in der Zukunft, die du schon aus der Vergangenheit kennst. Gefühle sind nichts anderes, als in den Körper gesunkener Geist. Eindrücke. Prägungen. Empfindungen. Immer ausgehend von einem geistigen Impuls – egal, ob dieser bewusst oder unterbewusst gepflanzt wurde. So wirst du auch morgen die emotionalen Zustände erfahren, die du schon von gestern kennst, sodass du jeden Tag dasselbe Tal der Gefühle durchwanderst. Dein Gestern wird zum Morgen.

 

Und ewig grüßt das Murmeltier

 

Wenn du ZB eine traurige Kindheit hattest und aufgrund dessen der Meinung bist, dass du im Leben nichts zu lachen hast, lachst du nicht. Dann bist du ernst und streng mit dir und deinen Mitmenschen. Du nimmst alles schwer. Fühlst dich angegriffen und gekränkt in jeder Auseinandersetzung mit den Kindern, dem Ehemann, der Kollegin, wo an einem unbekümmerten Lachen die Lage erst gar nicht eskaliert wäre. Aber so: Du fühlst dich schlecht, dein Gegenüber fühlt sich schlecht. Es ist wütend auf dich und hält dich für den größten Arsch. Und du denkst, alle finden mich Scheiße. Das war schon immer so. Das ist alles so traurig. Ich bin traurig, mein Leben ist traurig … Und ewig grüßt das Murmeltier.

 

Geistige Heimat
Vertrautes schenkt Geborgeneheit. Das schafft ein Gefühl von Sicherheit, auch, wenn die Heimat hart und karg ist.

 

Gewohnheit ist die ständige Wiederholung von bereits Bekanntem

Es hat etwas Automatisiertes, Bequemes, Müheloses, dieses altbekannte Ich. Ein Ich, das sich aus der Vergangenheit speist. Man nennt dies „Geistige Heimat“. Es fühlt sich möglicherweise nicht gut an. Aber die „Geistige Heimat“ ist einem vertraut. Bekannt. Das schafft Gefühle der Sicherheit. Man liebt die Umstände vielleicht nicht, aber man weiß damit umzugehen. Das ist Routine.

Durch das Beibehalten der alten Routine kann der vertraute (ungute) Seinszustand nur die alten Gedanken auslösen, die dich anhalten, dem automatischen Zyklus treu zu bleiben, damit du wieder das bekannte Gefühl spürst, welches du als dein ICH betrachtest.

 

neues-altes-Ich

Deine Gedanken, Verhaltensweisen und Gefühle prägen deine Persönlichkeit. Wie du über dich und deine Welt denkst, wie du dich daraufhin verhältst und dich dabei fühlst, schafft deinen Befindlichkeitszustand; dein Sein. Die ewig gleichen Gedanken, Taten und Emotionen fesseln dich an dein altbekanntes ICH. Wenn du dir neue Vorstellungen zueigen machst, handelst du daraufhin anders und erlebst neue Empfindungen.

 

Wie du den Urlaub zum Umpolen nutzen kannst

 

Im Urlaub gerätst du unweigerlich in einen anderen Gemütszustand. Du bist gelassener, vergnügter und offener als im Alltag. Du tauchst ein in das Flair deines Reiseziels. Atmest die Atmosphäre des Landes, der Menschen, ihrer Geschichte und Kultur. Was macht für dich den Reiz dieser Urlaubsdestination aus? Sei Achtsam. Suche nach Symbolen der fremden Natur. Studiere die Einheimischen, ihre Wesenszüge, Eigenarten, Charaktereigenschaften. Eigne dir das, was dich daran fasziniert, an. Tauche ein in dieses spezielle Resonanzfeld und integriere einen Anteil davon in deine Persönlichkeit.

Urlaub Loire

So praktiziere ich das:

 

Letzten Sommer verbrachte ich meinen Urlaub im Loiretal. Diese Region Frankreichs zählt zum Unesco Weltkulturerbe. Die Loire fließt in ihrem natürlichen Flusslauf. Sie ist nie künstlich reguliert worden. Nichts und niemand konnte ihr das Rückgrad brechen. Man hat sie weder begradigen noch beschleunigt. Sie hat sich stets ihren eigenen Weg gebahnt. Ihr Bett ist mal breit und tief und voll Wasser, dann trocken, schmal oder seicht. Sie fließt mal ruhig, mal reißen. Kommt dominant und satt und schwer daher, oder zart und wendig.

Urlaub Loire

Identifikation über die Außenwelt

 

Wie ich mir ein Stück Loire zueigen machten – und sie nun in meinem Wesen trage:

500 Kilometer bin ich an ihrer Seite geradelt. An jeder Stelle ist sie wunderschön und weise. Sie ist stolz und voller Symbolkraft. Sie erzählt Geschichten, regt zum Nachdenken an über Rahmenbedingungen und Eingriffe, über Identifkikation in Hinblick auf Individualität, Eigensinn, Durchsetzungskraft, Wert und Wertschätzung.

Am Rad kann ich am besten meditieren. In der Bewegung gelingt es mir, aus Grübeleien auszusteigen, den Gedankenfluss von oben zu beobachten, wie ein Vogel. Mein Gedankenstrom parallel zu dem der Loire hat mir wertvolle Einsichten beschert. Ich nutze das Radfahren, um Dinge abzuspulen, die ich loswerden wollte. Und ich nutze das Radfahren, um mir neue Ansichten einzutreten. Ich habe etwas von der wildromantischen Natur der Loire, von ihrer Kraft und Sanftheit zu meiner gemacht. Mit jedem Tritt in die Pedale ist Prägung gelungen, weil meine Überlegungen mit äußeren Eindrücken, Geräuschen, Gerüchen verwoben und emotional maximal aufgeladen, so in jede Zelle meines Körpers drangen. Und da bring ich sie zum Schwingen, wann immer ich in die Pedal trete oder die Erinnerung an die Eindrücke, Geräusche und Gerüche abrufe. Eine Dosis Loire fließt nun in meinen Adern. Sie ist zu einem Teil von mir geworden.

 

Urlaub Loire

Die Zukunft vor Augen

 

Bewusst entschied ich mich, in Mündungsrichtung zu radeln. Nicht Richtung Ursprung. Mein Startpunkt war der Anfang dieser Reise. Egal, was dafür lag. Ich wollte nicht wissen, wo ihr Weg herkam, sondern wo er hinführt. Was ist hier, gerade jetzt? Was kommt nach einer Engstelle? Wie geht es weiter …? Die Loire hat mir viele Antworten auf bange Fragen geschenkt und sehr viel Mut gemacht.

 

Natürlich bin ich nicht komplett umgekrempelt aus dem Urlaub in den Alltag zurückgekehrt. Aber Teile von mir sind runderneuert. Sie laufen jetzt runder. Es eckt weniger. Die Energie fließt. Ich habe eine Reihe von Impulsen erfahren, neue Erkenntnisse gewonnen und in gewissen Punkten neue Sichtweisen eingenommen. Woraufhin ich heute anders agiere, als noch vor einem Jahr. Plötzlich gehen Tür auf, wo es früher kein Weiterkommen gab. Weißt du, wie sich das anfühlt?

Großartig!

Das wünsch ich dir auch. Also, mach deinen Urlaub zum Wendepunkt in deinem Leben. Dafür musst du nicht alles umstellen. Nur in einer Sache, die du änderst. Und alles darum herum, wendet sich auch. So kannst du deinem Leben eine wundervolle Wendung geben – durch Urlaub.

Carpe diem – nutze den Tag

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1 Kommentar

  1. 15. Juli 2016    

    Ich konnte bei deiner Beschreibung alles sehr lebendig nachvolziehen. Toller Artikel, voller Inspiration. LG, Wera

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